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Atelier Peggy Kleinert
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Wer kichert da?

Gerade schlängele ich mich genüßlich durch die ersten beiden Rollen, da höre ich ein helles Kichern. Ich schraube den Hals etwas heraus und spähe über die Rollen hinweg. Ich schiebe den transparenten Vorhang beiseite.

Es kommt keiner. Weit entfernt trottet eine müde Krankenschwester dem Ausgang zu. Am anderen Ende des Korridors schlurft eine Putzfrau, ihren Wagen schiebend, vorbei.

Wieder kichert die Luft direkt neben mir. Was ist das? Wer scherzt hier mit mir? Meine Nasenflügel werden weit und saugen Luft ein. Nichts ungewöhnliches. Es riecht höchstens ein bißchen staubig. Meine Ohren werden ganz spitz und recken sich in alle Richtungen wie eine Radarstation. Sie geben an die Augen weiter. So durchdringend ich auch starre, mir fällt nichts auf. Die körperhaften Kuschelrollen drehen sich langsam an mir vorbei. Meine Hände tasten sich an pelzigen Beulen, weichem Flausch, kühlem Samt entlang. Hundeohrige Baumelwürste. Nichts kichert - mir wird nur innerlich recht lustig. Federn streifen mich. Ich wühle in einem baumelnden, flaumigen Federbüschel. Es schnippt noch ein wenig auf und ab. Wuschelboa Constrictor voraus! Habe ich dich erwischt du Würger. Ich grinse verstohlen und zupfe den Plüschwurm wieder zurecht. Da. Es kichert wieder glockig. War das nun von rechts oder links? Ich hüpfe auf und ab. Das Podest klingt hohl und knarzt leise.

Auf den Knien taste ich den Boden ab. Es wimmelt von Plüschfusseln. Das runde Schaffell ist schon ganz platt von den vielen Füßen. Jedenfalls kichert das Schaf bestimmt nicht. Ein armes Trampeltier. Mein Fuß juckt. Ich rubbele ihn nachdenklich an einer Bürstenmatte. Da sehe ich es. Eine quadratische Klappe. Unter jeder Rolle gibt es eine. Sie tarnen sich mit Teppichstücken. Ich öffne eine Klappe. Man sieht einen kleinen Antriebsmotor. Auf einmal kichert es wieder. Es kommt aus dem Podest. Ich hechte zur nächsten Klappe und öffne sie. Mein Blick versinkt in leuchtenden, flirrenden, türkisgrünen Augen.

Ich bewege mich keinen Millimeter.

Die Ratte hat ein goldenes Fell. Mein Mund ist ganz trocken. Ich schlucke hörbar. Um mich zu fassen, schlucke ich noch einmal. Die Ratte grinst. Dann sagt sie: Du kannst Deine Augen wieder rein drehen. Ich bin eine Zauberfee, nichts weiter. Die Ratte schmunzelt. Immer noch nach meiner Fassung ringend sage ich: Du bist eine Zauberfee? Das ist ja allerhand.

Die Ratte scheint ein wenig hämisch zu grinsen. Sie sagt: Und weißt Du was? Ich erfülle Dir sogar einen Wunsch. Ja wenn das so ist, kichere ich, dann wünsche ich mir ein großes Schokoladeneis mit Schokostückchen, daß niemals alle wird. Das ist bestimmt leicht für Dich. Ich grinse jetzt sehr selbstzufrieden und noch unverschämter als die Ratte.

Dein Wunsch ist schon erfüllt. Mach jetzt bitte die Klappe wieder zu.

Ich schließe die Klappe. Eine Fee? Na so ein Unfug! Ich kneife mich in meine Hand. Es tut weh. Ich öffne die Klappe erneut. Na bitte. Ein Motor, offenbar kaputt. Ich tätschele die Wuschelboa Constrictor. Hoffentlich hat mich keiner beobachtet. Die Putzfrau ist jetzt im Korridor unterwegs. Sie wischt mit einem Mop herum. Ich husche hastig zwischen den Rollen hervor zu meinen Schuhen. Dort steht ein riesiger Schokoeisbecher neben meinen Schuhen. Meine Füße rutschen über den blanken Stein und ich falle fast in den Eisbecher hinein. Ich probiere. Das Eis schmeckt wunderbar schokoladig. Ich löffele begeistert in mich hinein. So langsam bin ich satt. Trotzdem ist der Becher noch nicht leer. Ich nehme einen weiteren Anlauf. Ich stopfe mir so viel Eis in die Wangen, daß mein Mund fast erfriert. Es wird nicht alle.

Ich habe das Eis ganz unten in meine Kühltruhe gelegt. Erst mal werde ich mir ein ordentliches Chili kochen.

 
 

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